Bäume, Hecken und Gehölze im öffentlichen Raum

Bäume, Hecken und Gehölze im öffentlichen Raum


Flurbereinigungsmaßnahmen führten in der Vergangenheit zu einem großflächigen Verschwinden von Hecken, auch aktuell schreitet dieses Ausräumen der Landschaft weiter voran. Damit verschwinden zugleich Lebensräume, Biotopverbundlinien, Artenvielfalt und eine abwechslungsreiche Landschaft. Um diese Verluste auszugleichen, sind wieder in großem Maßstab ökologisch vollwertige Heckenstrukturen anzupflanzen. Sie sollten ausreichend breit, mit beidseitigem Krautsaum und Pufferstreifen angelegt sein.

 

Hecken und Saumgehölze besitzen hohe ökologische Bedeutung, sie:

  • beleben und gliedern die Landschaft
  • bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Schutz, Deckung, Lebensraum und Nahrung
  • besonders bedrohte Tierarten wie Igel benötigen Hecken
  • vernetzen Biotope und dienen Tieren und Pflanzen zur Wanderung und Verbreitung
  • regulieren Mikroklima und Klima
  • bieten Sicht- und Windschutz
  • filtern Luftschadstoffe und „schlucken“ Lärm
  • verhindern Bodenerosion
  • regulieren den Wasserhaushalt, indem sie den Oberflächenabfluss vermindern. 
  • Eine naturschutzfachlich sinnvolle Gehölzpflege muss in jedem Fall unter Berücksichtigung der Lebensraumfunktion mit schonendem Gerät und zur richtigen Jahreszeit, ab Oktober, besser im und bis Ende Februar erfolgen.


  • Ein abschnittsweises Vorgehen muss den Insekten- und Tierarten ein Ausweichen ermöglichen.


  • Entnommene Bäume und Sträucher müssen wieder neu gepflanzt werden, hierbei sind gebietsheimische Arten zu verwenden!



  • Vor dem Hintergrund zunehmender Dürreperioden und sinkender Grundwasserspiegel im Zuge der Klimakrise werden Neuanpflanzungen schwieriger werden, daher sollte dem Erhalt und Schutz gesunder Bäume absolute Priorität eingeräumt werden


  • Naturschutzfachlich und ökologisch sinnvolle Vorgaben könnten zum Beispiel sein:


  •    abschnittsweise
  •    auf Stock setzen
  •    unter Schonung von Arten, die einen tiefen Rückschnitt nicht gut vertragen, wie z.B. Schlehen, Weißdorn, Schneeball, Gagel usw.


  • Eine entsprechende fachkundige, auch den Artenschutz thematisierende Schulung ausführender Betriebe und deren Mitarbeitenden ist dabei von zentraler Bedeutung



Mehr ökologische Gehölzpflege!

Hinweise zur ökologischen
Gehölzpflege an Rändern von
Straßen, Wegen und Gewässern


Download PDF



Quelle: BUND Unterweser


BUND - Merkblatt mit anschaulichen Beispielen und Erläuterungen zur ökologischen Gehölzpflege



Falsch gepflegtes Saumgehölz
Hecken sind Klimaschützer

Neue Thünen-Studie belegt das große Klimaschutzpotenzial von Heckenanpflanzungen

Eine auf Ackerland neu angepflanzte Hecke von 720 Metern Länge kann langfristig die gesamten Treibhausgasemissionen, die ein Durchschnittsdeutscher innerhalb von 10 Jahren emittiert, kompensieren. Das zeigen Berechnungen im Rahmen einer Metastudie, die am Thünen-Institut für Agrarklimaschutz in Braunschweig durchgeführt wurden. Durch die Einlagerung von Kohlenstoff in der Biomasse der Hecke und als Humus im Boden können neue Hecken Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre aufnehmen und klimaunschädlich machen.

Link zur Pressemitteilung

Deutscher Verband für Landschaftspflege


Download PDF


Heft 9 der DVL Schriftreihe "Landschaft als Lebensraum":


Landschaftselemente in der Agrarstruktur


Entstehung, Neuanlage und Erhalt

Die Bestimmungen des Artenschutzrechtes haben in die deutsche Naturschutzgesetzgebung „neue“ Begrifflichkeiten eingeführt, die sich eng an die zu Grunde liegenden EU-Richtlinien anlehnen (insbesondere FFH-Richtlinie und Vogelschutzrichtlinie) und als unbestimmte Rechtsbegriffe der Interpretation bedürfen. Im vorliegenden Beitrag werden sie im Hinblick auf die Umsetzung des Artenschutzrechts in der Baumpflege konkretisiert.

Von Andreas Detter und Adrienne Akontz, Sachverständige

Brudi & Partner TreeConsult
Sachverständigenbüro für Bäume

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